Die Hörspielwerkstatt

die Beschreibung der Hörspielwerkstatt ist ein sehr langer Text.
Ihr könnt ihn euch deshalb HIER als pdf Datei zum Ausdrucken herunterladen.

mit einem Hörspiel Bilderwelten im Kopf schaffen

Ein Hörspiel schafft im Kopf der Zuhörer/in ganze Bilderwelten!

Dafür bedarf es keiner teuren Szenendekoration oder Animationen.

Im Hörspiel können fremde Länder, Abenteuer in der Vergangenheit oder Zukunftsvisionen entstehen, wilde Tiere oder Ausserirdische können zu Mitspielern werden, Stürme und Regen können über das Land ziehen.

All dies ist für die Zuhörer nicht sichtbar, sondern ihr müsst die Geschichte hörbar machen, sie durch Sprache und Geräusche lebendig werden lassen!

Wenn ihr zu zweit oder mehreren beschlossen habt, ein Hörspiel zu produzieren, dann braucht ihr eine gute Idee für die Geschichte, einen genauen Arbeitsplan und etwas Zeit und Geduld, um ihn umzusetzen.

Das ist schon etwas Mühe und Aufwand, macht aber auch viel Spaß!

Geschichte, Handlung und Hörspielfiguren

Zuerst müsst ihr überlegen, welche Geschichte ihr erzählen wollt. Soll es eine Begebenheit aus eurem Alltag oder der Schule sein? Wie wollt ihr sie erzählen, spannend, lustig, lehrreich? Möchtet ihr euch vielleicht einen kleinen Krimi ausdenken, Fantasy oder ein Abenteuer?

Dann überlegt euch, mit welchen Hörspielfiguren ihr eure Geschichte erzählen wollt.

Wer sind sie, welche Namen tragen sie, welche Rolle spielen sie in der Geschichte?

Was muss der Zuhörer über sie erfahren? Wer ist die Hauptfigur, welche Probleme hat sie, gibt es einen oder mehrere Gegenspieler?

Macht euch bereits jetzt schon die ersten schriftlichen Notizen!

Wenn ihr die Entscheidung über Thema und Figuren eurer Geschichte getroffen habt, dann macht eine kleine Übung: überlegt euch, was die spannendste, lustigste oder gruseligste Stelle in eurem Hörspiel sein könnte. So kommt ihr spielerisch auf wichtige Ideen zu einem guten Handlungsbogen.

Nun könnt ihr an die Arbeit gehen und die Geschichte erzählen. Teilt diese Arbeit in verschiedene Erzählschritte ein:

  • die Geschichte braucht einen guten Einstieg, der das Interesse der Zuhörer weckt, damit sie mehr erfahren möchten.

  • Danach beginnt sich die Handlung zu entwickeln, die Hörspielfiguren werden vorgestellt, wie geht es ihnen, was fühlen sie, welche Probleme haben sie?

  • Die Handlung steuert langsam auf einen Konflikt. Alles, was ab jetzt erzählt wird, muss auf den Höhepunkt der Geschichte zusteuern. Die Spannung muss langsam größer werden, bis die spannendste, interessanteste oder lustigste Stelle der Geschichte erreicht ist. Meist ist dies kurz vor dem Ende.

  • Das Ende der Geschichte ist auch oft die Lösung der Konflikte, das kann ein Happy End sein, aber auch ein nachdenkliches Ende oder vielleicht ein Ende ohne Lösung.

das Hörspielscript

Nun müsst ihr alles aufschreiben, und zwar in Form eines Hörspielscripts, das heißt, ihr müsst eure Geschichte so aufschreiben wie bei einem Drehbuch oder einem Theaterstück.

Auf der linken Seite steht der Name der Hörspielfiguren, auf der rechten Seite

der Text, den sie sprechen soll. Dazu werden dann noch in Klammern die Anweisungen geschrieben, wie sie den Text sprechen sollen, zum Beispiel, wütend, schluchzend, ängstlich usw.

Wenn ihr eine(n) ErzählerIn einsetzen wollt, um die Handlung und die Personen am Anfang, Ende und zwischendurch zu erklären und zusammen zu fassen, dann wird auch dieser Part in das Skript geschrieben.

Denkt daran, ihr müsst alle wichtigen Informationen und Stimmungen in die Gespräche der Figuren hineinschreiben! Der Zuhörer besitzt nur die Informationen, die ihr ihm auf diesem Wege gebt.

Stimmenauswahl

Die Stimmen der Hörspielfiguren sind das wichtigste Instrument, um ihre Persönlichkeit, ihre Stimmung und ihre Konflikte zu übermitteln.

Im Gegensatz zum Film solltet ihr deswegen bei der Auswahl der Sprecher für die einzelnen Rollen nicht auf das Aussehen der Mitspieler achten, sondern auf ihre Stimmen.

Die Stimme muss zu der Rolle der Figur gut passen.

Vielleicht macht ihr ein paar Probeaufnahmen, wenn ihr euch bei der Auswahl nicht sicher seid.

Es geht los: Aufnahme läuft!

Ab jetzt braucht ihr wahrscheinlich die Unterstützung von euren Eltern, Lehrern oder älteren Geschwistern, denn ihr müsst die Aufnahmegeräte beschaffen und bedienen.

Ihr braucht vor allem ein Aufnahmegerät (Handy, Diktiergerät, Computer oder Laptop). In neuere Laptops oder in ein Handy sind kleine Mikrofone und Lautsprecher bereits eingebaut. Damit könnt ihr auch etwas aufnehmen. Macht eine Probeaufnahme, wie die Qualität eurer Aufnahme geworden ist! Wenn ihr lieber ein Mikrophon benutzen möchtet, dann könnt an einen Computer oder Laptop auch ein Mikrofon oder ein Headset anschließen. So ist der Computer direkt das Aufnahmegerät.

An dieser Stelle möchten wir auf die Seite www.audiyou.de verweisen.

Audiyou ist eine sehr interessante Internetseite, die auch von FragFinn gecheckt ist. Auf dieser Seite unter Tipps erfahrt ihr Schritt für Schritt alles, was ihr über die Aufnahmetechnik wissen müsst. Ganz toll erklärt anhand von Bildschirmphotos, besser können wir das nicht erklären, deswegen hier der Link.

http://www.audiyou.de/tipps/tipps-schnittprogramme.html

Während der Aufnahmen müsst ihr noch Folgendes beachten:

- Setzt euch in einen ruhigen Raum, in dem ihr möglichst ungestört seid. Nichts ist ärgerlicher als störende Nebengeräusche oder Unterbrechungen während der Aufnahmen!

- Seid auch selbst ruhig, Stühle rücken, mit dem Script rascheln, kichern, alles ist über das Mikro bei der Aufnahme zu hören!

- Nehmt eure Geschichte Stück für Stück auf, vereinbart vorher, bis zu welchem Punkt die Aufnahme laufen soll.

- Nehmt vor und nach jeder Aufnahme ein paar Sekunden Ruhe auf, das ist später beim Schneiden der Aufnahmen wichtig. ( siehe letzter Punkt)

- Wenn ihr nicht zufrieden oder unsicher seid, wiederholt die Aufnahme, ruhig auch mehrmals. Hört euch zwischendurch immer mal das bereits Gesprochene an. Beim Schneiden könnt ihr dann in Ruhe auswählen, welche Aufnahme ihr benutzen wollt.

Geräusche und Musik

Die Geräusche und die Musik sind ebenfalls ein sehr wichtiges Thema bei der Schaffung eines Hörspiels, sie lassen die Welt und die Stimmung lebendig werden, von der ihr erzählt.

Die Geräusche könnt ihr in Teilen selbst machen, da sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Einige sehr schöne „Geräuscherezepte“ findet ihr auf der Internetseite www.auditorix.de der Landesanstalt für Medien NRW, sie ist Mitglied der Initiative Seitenstark, die sich für gute Kinderseiten einsetzt.

Bei der Musikauswahl achtet bitte darauf, dass ihr nur gemafreie Musik verwenden dürft, die vom Komponisten zur kostenfreien Nutzung freigegeben wurde.

Sowohl bei der Suche nach gemafreier Musik als auch „fertigen“ Geräuschen kann euch wieder die Internetseite www.audiyou.de helfen.

das Hörspiel schneiden

Bisher besteht euer Hörspiel aus Einzelteilen, den Aufnahmen, die nun zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden müssen. Ihr müsst bei mehrfach aufgenommenen Aufnahmen entscheiden, welche ihr auswählen wollt, vielleicht einige Lücken und ahs und ähs herausschneiden, schließlich noch Musik und Geräusche hinzufügen. Das Schneiden des Hörspiels ist ein wichtiger, arbeitsreicher Schritt, bei dem ihr bestimmt auch Hilfe braucht.

Zunächst braucht ihr für das Schneiden ein Computerprogramm, mit dessen Hilfe ihr die Sprach-Aufnahmen auswählen und ordnen könnt, um sie dann mit Musik- und Geräuscheaufnahmen zu mischen und danach zu speichern.

Bittet bei diesem Arbeitsschritt entweder Eltern, Lehrer oder ältere Geschwister um Hilfe oder Anleitung. Aber auch hier findet ihr auf der Seite Audiyou unter Tipps eine illustrierte, genaue Anleitung, wie das Schneiden von Sprachaufnahmen funktioniert.

http://www.audiyou.de/tipps/tipps-schnittprogramme.html

Ihr könnt euch auch auf jeden Fall mit euren Fragen an uns wenden info(at)zwischenstation.net.

Wir helfen euch gerne!

Nach diesem Überblick bleibt nur zu sagen

viel, viel Spaß bei der Hörspielproduktion, und wenn ihr möchtet ,

dann könnt ihr eure Werke auf unserer MachMitseite veröffentlichen!