Raul Krauthausen

- der Aktivist für Barrierefreiheit und Inklusion

„Ich bin ein Aktivist im Rollstuhl - und begegne sozialen Problemen stets oft auch mit Humor.“

Das sagt Raul Krauthausen von sich selbst.

Raul ist aktiv für Inklusion und Barrierefreiheit und hat mit seinen 34 Jahren eine Vielzahl beeindruckender Ideen entwickelt und umgesetzt.

Nach dem Abitur studierte er Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin. Zusätzlich ließ er sich zum Telefonseelsorger ausbilden, um Menschen in Problemen zu beraten, er war auch für einen Berliner Radiosender tätig.

Gemeinsam mit seinem Cousin und Freunden gründete er den gemeinnützigen Verein Sozialhelden, der mit Fantasie besondere soziale Projekte ins Leben ruft, z.B. das Projekt Pfandtastisch helfen!, durch das Gelder für Pfandflaschen für soziale Projekte gespendet werden konnten.

Seit 2010 hat der Verein im Internet Wheelmap.org ins Leben gerufen. Auf dieser Seite können Benutzer weltweit die Rollstuhlgängigkeit von Orten überprüfen und auch selbst eintragen.

Ein weiteres Projekt ist Leidmedien.de, das ist eine Internetseite mit Informationen und Anregungen für Journalistinnen und Journalisten, die über Menschen mit Behinderungen berichten wollen. Auf dieser Seite wird kritisch über übliche sprachliche Formulierungen nachgedacht, wie zum Beispiel „an den Rollstuhl gefesselt“ oder „unter einer Behinderung leiden“. Und es gibt Artikel darüber, dass Menschen mit Behinderungen oft nur in einer bestimmten Rolle gesehen werden, als Opfer, als Helden, selten aber einfach als Menschen, die mit ihrer Behinderung leben.

Rauls Tatendrang ist wirklich unerschöpflich, er gibt viele Interviews, auch im Fernsehen, hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Dachdecker wollte ich eh nicht werden“ und hat 3D-druckbare Mini-Rampen entworfen, die Rollstuhlnutzern zur Verbesserung der Passierbarkeit von Bordsteinen dienen sollen.

Es ist gut, Ziele auf anderen Wegen als den üblichen zu erreichen, findet Raul, es aktiviert einen.

P.S.

Ach ja, Raul ist mit seinem Rollstuhl mobil, er lebt mit der Glasknochenkrankheit.